Buchungsplattformen bringen Reichweite, aber sie verdienen an jeder Buchung mit und bestimmen, wie du mit deinen Gästen kommunizierst. Viele Gastgeberinnen und Gastgeber vermieten deshalb zweigleisig: Neue Gäste kommen über Plattformen, Stammgäste und Empfehlungen buchen direkt. Die Grundlage dafür ist eine eigene Website, auf die du Gäste verweisen kannst.
Plattform und Direktvermietung kombinieren
Direktvermietung heißt nicht, Plattformen sofort zu verlassen. Gerade am Anfang sind sie oft der wichtigste Weg, um überhaupt gefunden zu werden. Die eigene Website ergänzt sie:
- Für Stammgäste: Wer einmal da war, fragt beim nächsten Mal direkt an.
- Für Empfehlungen: Freunde und Familie deiner Gäste bekommen einen Link statt eines Plattform-Inserats.
- Für die Suche nach deinem Namen: Wer dein Haus schon kennt und danach sucht, landet auf deiner Seite.
- Als Absicherung: Ändern sich Gebühren, Ranking oder Regeln einer Plattform, bleibt dir ein eigener Kontaktweg.
Prüfe die Bedingungen deiner Plattformen, bevor du Gäste aktiv auf die eigene Website hinweist. Im Inserat und in Nachrichten über die Plattform sind Links nach außen meist nicht erlaubt.
Wie Gäste deine Website finden
Eine Website allein bringt noch keine Buchungen. Gäste brauchen Wege dorthin – die wirksamsten kosten nichts:
- Gästemappe und Willkommenskarte: Die Adresse deiner Website gehört in jede Unterlage im Haus.
- Nach dem Aufenthalt: Eine kurze Dankes-E-Mail mit Link, sofern der Gast dir seine Adresse direkt gegeben hat.
- Unternehmensprofil bei Google: Mit Bildern und Link zur Website erscheint deine Unterkunft bei Suchen in der Region.
- Social Media und E-Mail-Signatur: Ein Link in jedem Profil und jeder Nachricht.
- Visitenkarten und Aushänge: Bei Partnerbetrieben in der Umgebung, etwa beim Bäcker oder Fahrradverleih.
Was die Website leisten muss
Gäste, die direkt buchen, haben keine Plattform im Rücken, die Bewertungen und Zahlung absichert. Deine Website muss dieses Vertrauen selbst aufbauen:
- Echte Bilder aller Räume und der Umgebung
- Ausstattung, Schlafplätze und Lage auf einen Blick
- Preise mit Saisonlogik, Mindestaufenthalt und Zusatzkosten
- Wer du bist und wie du erreichbar bist
- Impressum und Datenschutzerklärung
Wie du diese Inhalte im Detail aufbaust, zeigen unsere Ratgeber zu den Inhalten einer Ferienhaus-Website und zu Preisen und Anfragen bei Ferienwohnungen.
Anfragen statt Buchungskalender
Für den Anfang brauchst du kein Buchungssystem. Ein Anfrageformular mit Reisezeitraum, Personenzahl und Kontaktdaten reicht aus, wenn du schnell und klar antwortest. Der Ablauf kann so aussehen:
- Der Gast fragt über das Formular an.
- Du prüfst die Verfügbarkeit und schickst ein konkretes Angebot mit Gesamtpreis.
- Der Gast bestätigt, du schickst die Buchungsbestätigung mit Zahlungsinformationen.
- Nach Eingang der Anzahlung ist der Termin fest gebucht.
Halte deinen Kalender auf allen Kanälen aktuell. Wenn eine Plattform-Buchung und eine Direktbuchung auf denselben Zeitraum fallen, verlierst du in beiden Fällen Vertrauen.
Bedingungen schriftlich festhalten
Bei Direktbuchungen gelten deine eigenen Bedingungen statt der einer Plattform. Lege sie einmal schriftlich fest und verlinke sie auf der Website: Anzahlung und Restzahlung, Stornierung, Kaution, An- und Abreisezeiten und Hausregeln. Kläre auch, welche Meldepflichten und Abgaben wie Kurtaxe oder Beherbergungssteuer in deiner Gemeinde gelten, und lass dich im Zweifel beraten.